Persönliche Erklärung zum Parteivorstandbeschluss der LINKEN „Klare Kante gegen Querfront“

von Reiner Braun, Kristine Karch, Pascal Luig, Lucas Wirl / 6.12.2017

Unsere Stimmen haben sicher kein großes politisches Gewicht. Wir fühlen uns aber persönlich, emotional und politisch herausgefordert und betroffen.

Die administrative Verhinderung der Preisverleihung an Ken Jebsen – wie immer es auch versucht wird schön zu reden – ist und bleibt Zensur und widerspricht grundlegend unserem Grundgesetz und der Meinungsfreiheit. Wir brauchen diese, wie die Luft zum Atmen! Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden!

Der Beschluss des Parteivorstandes der LINKEN ist in Inhalt und Wortwahl falsch und unerträglich. Die unbegründete Aneinanderreihung von zigfach widerlegten Vorwürfen zu einem „Diffamierungsgebräu“, zur politischen Diskreditierung von kritisch denkenden und handelnden Menschen, mit denen wir solidarisch in vielfältigen Aktionen für den Frieden auf der Straße gestanden haben, ist niemals zu akzeptieren und widerspricht unseren Grundüberzeugen von Demokratie, Dialog, Respekt und würdevollen Umgang miteinander sowie den Formen der Auseinandersetzung, die für Linke eigentlich selbstverständlich sein sollen und die wir auch aus den schlimmsten Erfahrungen der Geschichte linker Bewegungen immer wieder verteidigen müssen.

Der Frieden in der Welt ist, u.a. durch eine ungehemmte Aufrüstung und durch eine akute atomare Gefahr, wie selten zuvor in den letzten 55 Jahren bedroht und wir machen uns selber kaputt und spalten uns. Haben wir denn gar nichts gelernt? Um es ganz einfach und plakativ zu sagen: haltet inne, kooperiert für den Frieden und lasst uns gemeinsam Unterschriften für den Aufruf „Abrüsten statt aufrüsten“ sammeln!

Wir stehen in Solidarität mit den Diffamierten und Angegriffenen, mit denen wir uns gerne weiter inhaltlich streiten, aber ohne Hetze, Worthülsen und Ausgrenzung.